Blog #42 „Rücken“
Am Donnerstag den 15.10.2026 starte ich gegen 18.30 Uhr meinen Bus, und fahre Richtung Bostalsee zu Marian und Christian. Endlich ist es soweit, und unser langersehnter Wochenendtrip nach Worms, bis Sonntag den 18.10., kann starten. Donnerstagabend bleiben wir jedoch bei Marian, und verbringen den Abend gemeinsam mit lecker Bierchen und ordentlich Grillgut vom Wild. Wir sind gespannt, wie sich uns das Gewässer in Worms offenbaren wird, jedenfalls ist alles bestens geplant und gut vorbereitet.
An diesem Abend besprechen wir auch noch eine Angelegenheit, die sich kurzfristig ergeben hat, nämlich ein Angeltrip nach Niedersachsen in 2027. Aufgrund meiner geknüpften Connection in 2025 (Blog #33), wird es uns in Aussicht gestellt, als Gastangler nach Niedersachsen zu kommen, und eine ziemlich große und anspruchsvolle Kiesgrube zu befischen. Das Gewässer wird nach Auskunft so gut wie nicht befischt, enthält aber nachweislich einen Fisch- bzw. Karpfenbestand, aufgrund von Drohnenaufnahmen. Die Kiesgrube ist sehr abgelegen, das heißt Natur pur, keine anderen Angler, und ein völlig unbeflecktes, naturbelassenes Gewässer. Die Jungs sind direkt hellauf begeistert, und so halten wir fest, dass wir voraussichtlich im Juli 2027 für eine ganze Woche nach Niedersachsen reisen werden! Mit dieser Euphorie begeben wir uns dann in die Horizontale, wobei Marian und Christian im Haus schlafen, und ich mich in meinen Bus verkrieche.
Am nächsten Morgen klingelt um 6.30 Uhr der Wecker, denn wir wollen spätestens um 7.30 Uhr nach Worms starten, um pünktlich am Angelladen zu sein. Beim Aufstehen bemerke ich allerdings leichte Rückenprobleme, aber nach einem gemeinsamen Kaffee wird es schon wieder gehen. Wir starten also, kommen verkehrstechnisch echt gut durch, und dürfen gegen 10 Uhr endlich auf das herrliche Gewässer blicken. Der Wasserstand ist recht niedrig, die Wasseroberfläche frei von Krautteppichen, und der Krautbewuchs unter Wasser hält sich auch in Grenzen. Das haben wir auch schonmal anderes erlebt zu der Jahreszeit. Voller Tatendrang beginnen wir unsere Zelte etc. von den Autos ans Ufer zu tragen, und leider bemerke ich, dass mein Rücken immer schlimmer wird. Irgendwann ist dann tatsächlich der Punkt erreicht, dass ich mich so gut wie nicht mehr bücken kann, und meine Beweglichkeit stark eingeschränkt ist. Um den Schmerzen Stand zu halten hilft nur Ibu. Die Jungs haben Verständnis für mein Problem, und sind mir in allen Belangen behilflich. Als wir aufgebaut haben machen Marian und Christian die Erkundungstour mit Boot und Unterwasserkamera alleine, da ich weder ins Boot reinkomme, noch mich hinsetzen kann. Ehrlich gesagt habe ich echt die Faxen! Da freut man sich wochenlang auf den Trip und den damit einhergehenden Urlaub, und dann sowas. Ich versuche das Beste draus zu machen, und die Jungs sind so nett, und legen sogar noch meine Montagen vom Boot aus für mich ab. Als gegen 13 Uhr alles liegt, gehen wir zum gemütlichen Teil über, inklusive Vorbereitung fürs Mittagessen. Ich versuche so gut es geht mitzuwirken, aber die richtige Lässigkeit und Entspannung tritt nicht so richtig ein. In meinem Kopf kreist ständig die Angst, dass bei der nächsten Bewegung wieder dieser stechende Schmerz im unteren Rücken auftritt.
Gegen Abend, als es langsam ans Abendessen geht, pfeift dann tatsächlich mein Bissanzeiger ab. Marian hechtet an meine extra neu angeschaffte Rute und hat Fischkontakt. Als ich mich endlich aus meinem Stuhl schäle, kann ich den Drill übernehmen. Der Fisch bleibt jedoch kurz vorm Ufer im Bodenkraut hängen, so dass die Jungs noch eine Rettungsaktion mit dem Boot starten müssen. Die Aktion glückt, und so ist ein 9 kg Schuppi der erste Fang der Session. Ich bin echt glücklich, aber dennoch geht mein Rücken mir tierisch auf den Zeiger. Wir verbringen den Abend mit gutem Essen, guten Gesprächen und lecker Pils. Alkohol und Ibu sind eine „gute“ Kombination. Als es gegen 23 Uhr in die Bettchen gehen soll, merke ich, dass ich von der niedrigen Liege in meinem Zelt wohl nicht mehr hochkommen werde, und ein Biss/Drill in der Nacht ebenfalls nicht möglich sein wird. Der Plan ist also, dass ich meine Ruten über Nacht rausnehme, und mich zum Schlafen hoch in den Bus lege, da ich hier komforttechnisch besser aufgestellt bin als im Zelt. Die Nacht verläuft ruhig, und am nächsten Morgen komme ich recht gut aus meinem Bus heraus, obwohl der Rücken immer noch massiv schmerzt.
Zum Frühstück gibt’s dann erst mal eine Ibu mit Kaffee, und dann werden die Ruten neu bestückt und ausgelegt. Aber bis zum Mittagessen und über den restlichen Tag verteilt ergibt sich kein weiterer Fangerfolg, obwohl das Gewässer, die Temperaturen und das Wetter unseres Erachtens optimal sind. Am Samstagabend koche ich dann für die Jungs lecker Burger, und wir genießen den restlichen Abend mit Radio Rockantenne und guten Gesprächen. Gegen 24 Uhr heißt es dann schlafen zu gehen, wobei ich mich wieder in meinen Bus verkrieche, diesmal aber die Ruten im Wasser lasse, da Marian so nett ist, und auf meinen Bissanzeiger aufpassen wird. Gegen 6 Uhr morgens klingelt dann mein Handy im Bus, weil Marian tatsächlich einen Fisch an meiner Rute hat. Mühsam krieche ich unter Schmerzen raus und begebe mich Richtung Ufer. Der Fisch hängt leider, jedoch am anderen Ufer, und so startet Marian eine weitere Rettungsaktion. Er kann den Fisch jedoch vom Boot aus befreien und Keschern, und so darf ich kurze Zeit später einen weiteren, etwas kleineren Schuppi in Händen halten. Im Anschluss wird gefrühstückt, und dann fangen wir auch schon langsam an einzupacken, denn es ist Sonntag, und wir wollen gegen Nachmittag wieder zu Hause sein.
Zuvor jedoch wird der Angeltrip nochmal durchgesprochen und analysiert. Christian kann keine Aktion verzeichnen, Marian zumindest zwei Aktionen, aber beide Fische gehen im Kraut verloren, und nur ich kann zumindest mit zwei Fischen punkten. Das ist mal wieder eine sehr überschaubare Ausbeute, die uns zum Nachdenken bringt. Zum einen sind die Preise für den See ziemlich angezogen, zum anderen muss man recht viel Aufwand betreiben, in Sachen Vorbereitung, Anfahrt, Equipment, Versorgung, und wird am Ende mit einem so geringem Fangerfolg belohnt. Wir stellen also das Gewässer, welches wir nun schon seit einigen Jahren besuchen, einfach mal in Frage, und erweitern das Ganze dann noch um unsere anderen Ausweichgewässer… und kommen recht schnell zu dem Schluss, dass wir uns für 2027 einfach mal anders ausrichten sollten. Es muss insgesamt einfach mal eine neue Herausforderung und ein neues Gewässer her! Seit 2017 kennen wir uns jetzt und fischen gemeinsam auf Karpfen.
Relativ schnell landen wir in unserer Besprechung beim Thema Fluss. Hier wollte ich ja zumindest, zu Beginn des Jahres 2026, verstärkt an der heimischen Saar angreifen, aber das habe ich irgendwie nicht in die Tat umgesetzt. Macht alleine ja auch nicht so viel Spaß. Also bleiben wir beim Thema Fluss und beschließen am Ende einstimmig, dass wir unsere bisherigen Gewässer in 2027 mal in Ruhe lassen werden, und uns in 2027 voll und ganz der MOSEL widmen werden.
Warum diese Entscheidung bzw. wo liegen die Vorteile?
Der Fluss ist eine größere Herausforderung, als unsere bisherigen Vereinsgewässer.
Der Fangerfolg ist am Fluss wohl geringer, kann dafür aber umso überraschender sein.
Am Fluss herrscht weniger Angeldruck und Konkurrenz.
An der Mosel ist ab 2026 das Nachtangelverbot gefallen.
Am Fluss braucht man nichts zu reservieren, am Fluss hat man mehr Ausweichmöglichkeiten.
Am Fluss kauft man einfach nur einen Jahresschein, der recht günstig ist.
An der Mosel kann man auch aus dem Auto heraus angeln.
An der Mosel hat man Natur pur.
Der Fluss hat somit eigentlich mehr zu bieten als manche Vereinsgewässer, die Flexibilität ist wesentlich größer, und er kann für absolute Überraschungen sorgen. Man darf es eben nicht einzig und allein an der Fanggarantie festmachen, die man an den bisherigen Gewässern fast immer hatte! Wir werden es also 2027 ausprobieren, das haben wir fest vereinbart.
Jetzt freuen wir uns aber erst mal auf unseren bereits geplanten Flusstrip an die Mosel im November. Zufrieden schießen wir unser Abschiedsfoto, und treten dann die Heimreise an. Mal abwarten, wann wir das Gewässer wiedersehen werden, aber in 2027 vermutlich nicht.
In diesem Sinne, Petri!







