Blog #37 „Saisonstart 2026“

Blog #37 „Saisonstart 2026“

Februar 17, 2026 Aus Von cscherer

Am Samstag, den 14.02.2026, entfliehen wir morgens dem närrischen Treiben für zwei Nächte bis Rosenmontag. Obwohl unsere letzte Session, kurz vor Silvester, noch gar nicht so lange her ist, kann ich es dennoch kaum erwarten ans Wasser zu kommen, denn der Januar ist für mich der ödeste und schlimmste Monat überhaupt. Ab Februar fühle ich mich direkt schon besser, und ab März geht es dann nur noch bergauf, denn der Frühling ist zum Greifen nah. Allerdings habe ich gehofft, dass es über die Fastnacht etwas wärmer wird, aber genau das Gegenteil tritt ein. Bei 3-4 Grad stehe ich um 9.15 Uhr am Weiher, und baue langsam auf. Ich warte auf Christian, der gegen 10 Uhr eintreffen will, und freue mich auf zwei absolut ruhige Tage am großen Privatweiher. Gegen 10.15 Uhr höre ich dann endlich Autogeräusche, das kann nur Christian sein, doch plötzlich erscheint hinter den Bäumen eine PKW-Kolonne mit mindestens zehn bis zwölf Fahrzeugen, und irgendwo mittendrin der Bus von Christian. Na prima, und mir wird direkt klar was abgeht… Wettfischen. Kurz darauf wird mir dies auch so bestätigt, und so sitzen wenige Minuten später ca. 14 Angler um den ganzen Weiher verteilt, und packen ihre Feederruten aus. Christian parkt seinen Bus gerade noch so neben meinem, und verdreht die Augen beim Aussteigen. Bei der Reservierung unseres Platzes wurde mir davon nicht berichtet, und so ergeben wir uns unserem Schicksal, und kommen mit unserem durchaus netten Angelnachbarn ins Gespräch, und erkundigen uns erst einmal wie das Ganze abläuft. Zum Glück ist das Wettfischen nur bis 16 Uhr angesetzt, so dass wir erst mal in aller Ruhe aufbauen, und dann dem bunten Treiben erst einmal zuschauen. Unser Boot bleibt draußen, und unsere Ruten werden einfach lieblos ausgeworfen, mehr Handlungsspielraum haben wir nicht. Es ist echt kalt, was durch den starken und kalten Wind noch verschlimmert wird. Und so sitzen wir da, und zählen die Minuten und Stunden bis es endlich 15.30 Uhr ist, und die Feederangler langsam anfangen einzupacken. Pünktlich um 16 Uhr ist der Spuk dann vorbei, und alle Angler reisen mit ihren Autos wieder ab.

Jetzt herrscht Ruhe am Weiher, und wir können endlich unsere Ruten mit dem Boot an die vorgesehenen Stellen ausfahren. Nach getaner Arbeit beginnt dann der erholsame Teil, doch der wird recht schnell wieder unterbrochen, weil meine Rute abläuft, und ich tatsächlich am späten Nachmittag meinen ersten Spiegelkarpfen 2026 in Händen halte. Am frühen Abend trifft dann auch Marian ein, allerdings nicht zum Fischen, sondern nur zum Pizza bestellen und Übernachten. Wir berichten ihm von den Ereignissen des Mittags, während wir gleichzeitig den Pizzaflyer studieren, den wir eigentlich schon auswendig können. Gegen 19.30 Uhr sitzen wir in Marians großem Bus, bei angenehmen Temperaturen dank Standheizung, und wollen die Bestellung aufgeben. Als ich die Nummer wähle höre ich am anderen Ende dann die Bandansage: „Betriebsferien“. Besser kann es eigentlich nicht laufen: Statt warmes Wetter, kaltes Wetter; Statt Ruhe, Wettfischen; Statt Pizzaservice, Betriebsferien! Ich glaube Christian kotzt im Strahl als ich in sein Gesicht schaue, und am liebsten will auch ich im Strahl kotzen, aber direkt machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Pizzaservice, der zum Glück keine Betriebsferien hat, und der den doch etwas abgelegenen Weiher auch beliefert. Und so hält jeder von uns, nur eine knappe Stunde später, endlich zwei warme Pizzakartons in Händen. Warum zwei? Lieferant und Pizzen sind uns unbekannt, und so will jeder sicher gehen, dass es ausreichend ist, und mindestens eine von zwei Pizzen auch den Geschmack trifft. Tatsächlich munden aber alle Pizzen, und dank ausreichender Größe fällt das Frühstück am Sonntag morgen, mit kalter Pizza, etwas größer aus. Gegen 23 Uhr verkriecht sich jeder in seinen Bus, und die Heizungen laufen auf höchster Stufe. Nachts um 1.30 Uhr werde ich dann aus dem Schlaf gerissen, und halte wenig später einem weiteren, diesmal etwas größeren Karpfen in meinen kalten Händen.

Am nächsten Morgen reist Marian dann nach Kaffee und Pizza ab, Christian und ich fischen den Sonntag durch bis Montag früh. Tja, und was soll ich sagen, trotz aller Umstände von Samstag, trotz anhaltender Kälte, und trotz starkem Schneefall Sonntag abends, stellen wir Montag morgen beim Abbauen fest, dass diese Eröffnungssession die erfolgreichste Session seit langem ist! Insgesamt 15 Karpfen können wir fangen, davon gehen 3 auf Christians Konto und 12 auf mein Konto! Eigentlich haben wir mit 0-1 Karpfen maximal gerechnet, weil es einfach noch Winter ist, und die Fische bei den kalten Wassertemperaturen den Stoffwechsel und die Bewegung noch stark runtergefahren haben, aber es beweist, dass es auch ganz anders laufen kann. Für uns jedenfalls ein gelungener Saisonstart 2026!

In diesem Sinne, holt die Ruten aus dem Keller, und fangt was. Petri!