Blog #38 „Schnick, Schnack, Schnuck“
Es ist Frühling, und Freitag der 20.03.2026, als ich bei strahlendem Sonnenschein mit meinem Bus Richtung Privatgewässer starte. Im Angelgeschäft herrscht Hochbetrieb, aber Dank Reservierung sind die Wochenendtickets gesichert. Um Punkt 16.15 Uhr rolle ich rückwärts auf unseren Platz, und genieße erst mal die Sonnenstrahlen in meinem Gesicht beim Blick aufs Gewässer. Dann wird erst mal langsam aufgebaut, die Ruten werden beködert und das Futter angemischt. 17 Uhr bin ich startklar, und warte nun noch auf Marian und Christian, die gegen 17.30 Uhr endlich vorfahren. Die Stimmung in ist gelassen, und aus Marians Bus ertönt schon Radio Rockantenne, der Sender der bei uns für Wochenende, gute Laune und Freiheit steht. Es wird nicht lange gefackelt, die Plätze schnell verteilt, und dann auch deren Equipment nebst Boot zügig startklar gemacht. Als alle Ruten am Platz liegen wird für Gemütlichkeit im Camp gesorgt. Highlight ist die neue 3,5m Markise an Marians Bus, unter welcher unsere drei Stühle nebst Tisch Platz finden, und die für ein gemütliches Ambiente sorgt. Den Weiher haben wir für uns ganz allein, und gegen Abend wird wie immer die Pizzakarte studiert. Es ist Kühl geworden, und das Luxusgut Wärmesohlen wird wohl zum letzten mal bis Oktober ausgepackt. Als ich den Pizzaservice anrufe, der bereits Mitte Februar schon Betriebsferien hatte, erfahre ich von der Bandansage, dass das Lokal aufgrund gestrichener Flüge leider noch geschlossen bleibt. Also switchen wir um, und werden gegen 20.30 Uhr vom anderen lokalen Anbieter zuverlässig beliefert. Fischkontakt bis dahin Fehlanzeige, aber als wir um 22.30 Uhr in die beheizten Busse steigen weiß jeder, dass wir ja noch mehr als 24 h Zeit haben zum Erfolg zu kommen.
Und so ist es auch am nächsten Morgen, als ich bei den Frühstücksvorbereitungen und strahlendem Sonnenaufgang einen kleinen Spiegler in die Kamera halten darf. Auch Christians Platz läuft an, und wird im weiteren Verlauf noch zum Dauerrenner werden. Denn nach dem Frühstück geht es richtig los, und Christian verbringt eigentlich den ganzen samstag Morgen damit, Fisch zu drillen, Rute ausfahren, Fisch zu drillen, Rute ausfahren. Das wird Marian und mir irgendwann zu bunt, ständig aufstehen, ständig zur Hand gehen, so dass wir irgendwann den Einsatzplan mit dem Spiel Schnick, Schnack, Schnuck unter uns ausmachen. Gegen Mittag kann kurze Hose und T-Shirt ausgepackt werden, und der Grill wird fürs Mittagessen aktiviert. Powernapping ist angedacht, läuft aber aufgrund der Bissfrequenz ins Leere, da auch Marian und ich hin und wieder in den Genuss des Drillens kommen. Gegen Nachmittag besucht uns dann noch Marians Bruder, wie immer mit reichlich Brennholz fürs Lagerfeuer, und einer Flasche Rotwein für die nächste Pizzarunde. Erst einmal dreht er aber eine ausgiebige Runde mit seinem E-Bike nach Mettlach, während wir uns weiter auf den Fischfang konzentrieren. Gegen 20 Uhr wird dann wieder Pizza geordert, und man lässt es sich reichlich schmecken, bei einem wunderschönen Lagerfeuer und einem leckeren Rotwein. Um 23 Uhr fühlt man die Bettschwere, und jeder verkriecht sich in seinen Bus, mich aber ärgert immer noch der Fischverlust von Christian. Der Fisch zog ins Holz, und so musste ich aufs Boot, aber der Fehler war, dass ich nur den kleinen Kescher mitnahm. Es gelang mir den Fisch hochzuziehen, aber er hing immer noch am Hinderniss… Ich bekam ihn an der Oberfläche zu Gesicht, aber meine Kescherversuche scheiterten, weil er einfach nicht reinpasste… Kurz gesagt, ein wunderschöner Schuppi mit bestimmt über 13 kg, der dann irgendwann ausschlitze, und in die Freiheit entwich.
Das wäre ein echter Erfolg gewesen, denn die vielen Fische davor waren weit unter dieser Gewichtsklasse gelegen, aber dennoch ist es ein erfolgreicher und zufriedenstellender Samstag.
Nachts klopft dann noch einmal Christian an meinen Bus, der einen 8 kg Fisch zwar selbst landet, aber noch ein Erinnerungsfoto wünscht. Den Rest der Nacht bleibt es dann ruhig, bis wir sonntag Morgen um 7.30 Uhr vom Sonnenschein geweckt werden. Christian fährt die Rute der letzten Nacht nochmal aus, und nur ein paar Minuten später ertönt der Bissanzeiger. Der Fisch hängt leider, und so begebe ich mich wieder aufs Boot. Dort angekommen kann ich seine Montage bergen, allerdings ohne Fisch, aber dafür mit einem mindestens 2 m langen und recht dicken Ast, den ich mit dem Boot ans Ufer schleppe. Das war‘s dann, und wir fangen an einzupacken. Um 10 Uhr verabschieden wir uns voneinander, und sehn uns wohl im Mai, zu unserem alljährlichen Trip nach Worms, wieder. Mit ca. 25 Fischen dürfen wir uns nicht beschweren, das war eine echt gelungene Session, und davon gehen allein ca. 17 Fische auf Christians Konto.
In diesem Sinne, Petri!













