Blog #35 „Mosel“
Am Donnerstag den 13.11. soll es für drei Tage an die Mosel gehen. Marian, Christian und ich sind in Zell auf einem Campingplatz an der Mosel verabredet. Da Donnerstag noch gearbeitet wird, verlasse ich das Büro erst, als es bereits dunkel ist. Zu Hause angekommen muss ich zum Glück nur noch ein paar Sachen zusammenpacken, und dann darf ich mich auch schon von der Family bis Sonntag verabschieden. Für Freitag hat jeder von uns Urlaub beantragt. Es ist bereits stockdunkel, und ca. 1,5 Stunden Fahrt liegen noch vor mir, aber mit etwas Musik, und der entsprechenden Vorfreude im Gepäck, passt das schon. Die letzten 30 km sind echt etwas mühselig durch den Wald mit vielen Kurven, aber dann endlich, um 20.30 Uhr, erreiche auch ich den Campingplatz. Marian und Christian erwarten mich bereits, und haben es sich schon bequem gemacht. Wir stehen recht abgelegen, quasi ganz allein, fernab von den wenigen Womo-Campern. Der Campingplatz hat am 01. November die Wintersaison eingeläutet, bleibt aber ganzjährig geöffnet. Die Umgebung werde ich erst Morgen früh richtig wahrnehmen können, und so hocken wir noch eine Weile bei Kerzenlicht und ein paar Bier beisammen, und berichten gegenseitig was sich in letzter Zeit alles so getan hat. Um ca. 22.30 Uhr begeben wir uns in unsere Busse, und kuscheln uns in die Schlafsäcke.
Ich schlafe wie ein Baby, und um 7.30 Uhr begebe ich mich aus meinem Bus. Wahnsinn, die Mosel fließt direkt vor meinem Füssen, und ich blicke auf die wunderschönen Weinberge die uns umgeben, während dahinter die Sonne aufgeht. Hier lässt es sich definitiv aushalten, und 2 Tage Angeln liegen noch vor uns. Die Jungs werden geweckt, und dann gibts erst mal ein Frühstück, bevor es dann zum Check-in auf dem Campingplatz geht, und im Anschluss daran noch in die Stadt, um eine Angelerlaubnis zu erwerben. Die Stadt Zell ist wirklich schnuckelig, aber ich staune nicht schlecht, wie gigantisch doch die Mosel im Vergleich zur heimischen Saar ist. Naja, wer nicht wagt der nicht gewinnt, und so sind wir um 10 Uhr wieder zurück an unserem Camp, und haben alle Formalitäten erledigt. Das Angelequipment wird ausgeladen und aufgebaut. Das Boot wird zu Wasser gelassen, muss hier aber richtig befestigt werden wegen der Strömung. Unser Angelbereich ist sogar etwas strömungsberuhigter, da gegenüber von uns eine kleine schmale Insel mitten in der Mosel liegt, und erst dahinter ist der eigentliche Hauptstrom, auf welchem auch ordentlich Schiffsverkehr herrscht. Bis zur Insel sind es ca. 50-60 m, also mehr so die Breite der Saar, und dahinter liegt dann die Mosel. Die Struktur des Gewässers ist recht monoton, flach abfallende Uferkanten ohne Steinpackungen, und in der Mitte eine Tiefe von ca. 4 m. Der Boden ist am Ufer recht hart, und wird zur Mitte hin schlammiger. Ach ja, etwas oberhalb von uns ist auch noch ein kleiner Hafen mit Bootsstegen für kleine Schiffe, aber wegen Wintersaison mussten alle Boote entfernt werden. Wir platzieren unsere Ruten, und kippen auch ordentlich Futter ab, jedenfalls mehr als sonst. Die Strömung ist echt gewöhnungsbedürftig, und wenn ein Schiff den Hauptstrom passiert, dann schlägt es bei uns im Seitenarm krasse Wellen. Ständige Piepser an den Bissanzeigern sind das, an was ich mich erst mal gewöhnen muss.
Der erste Tag vergeht wie im Fluge, denn man muss hier wesentlich mehr arbeiten und Ruten neu legen, als das am Weiher der Fall ist. Den ersten Tag kochen wir Mittags und Abends, und nehmen Abends sogar noch eine heiße Dusche. Die Sanitären Anlagen sind echt super und eigentlich totaler Luxus. Das Angeln ist bis 24 Uhr erlaubt, dann müssen die Ruten bis 5 Uhr raus, aber das ist gar nicht schlimm, denn so bekommt man eine schöne Portion ungestörten Schlaf. Das genießen wir auch in vollen Zügen. Samstags stößt dann noch Marians Bruder zu uns, der zwar selbst nicht angelt, aber gerne Bus fährt und Camping macht. Somit gibt’s Samstag Abend dann auch eine große Pizzabestellung, und ein geselliges Beisammensein inklusive Abenddusche. Perfekt! Ja, und Sonntag morgen ist die schöne Zeit dann auch schon wieder vorbei. Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück heißt es einpacken. Christian verabschiedet sich als Erster, kurze Zeit darauf verlasse auch ich den schönen Ort Zell. Marians Bruder fährt als Letzter, während Marian noch eine Nacht dranhängt, um heute mit dem E-Bike die Weinberge zu erkunden. Er hat noch Urlaub bis Mittwoch, aber wir müssen Montag wieder antreten.
Vielleicht ist es noch gar nicht aufgefallen, aber bislang habe ich noch nicht von Karpfen bzw. Fischen berichtet. Das liegt leider daran, dass es nicht wirklich viel zu berichten gibt. Marian und Christian gehen leider leer aus, während ich zumindest Freitag und Samstag jeweils einen Döbel verhaften kann. Aber machen wir uns nichts vor, wir haben alle auf einen Moselkarpfen gehofft, waren uns aber durchaus bewusst, dass es schwer werden wird. Erstens fehlt die Flusserfahrung, und Zweitens ist Fluss eben eine andere Hausnummer, meines Erachtens mit einer viel geringeren Fangquote als zu Hause am Weiher. Wir haben aber Erfahrung gesammelt, und werden bestimmt wieder kommen. Und wir werden weitere Erfahrungen an der Saar sammeln, worüber ich bereits in den anderen Blogs berichtet habe. Leider werden wir auch dieses Jahr wohl kein Jahresabschlussfischen im Dezember hinbekommen, da unsere Weihnachtsfeiern der Firmen tatsächlich an drei unterschiedlichen Wochenenden im Dezember liegen. Eine winzige Chance besteht noch zwischen Weihnachten und Silvester, aber das wird vermutlich ganz kurzfristig entschieden werden.
Im diesem Sinne, Petri!








