Blog #34 „Flussangeln“
Seit längerem schon verfolge ich Videos von Karpfenanglern, die an Flüssen fischen, meist an namenhaften Gewässern, wie dem Rhein, der Elbe, oder der Spree. Ein Fluss ist meines Erachtens wieder etwas ganz anderes, als ein Vereinsgewässer oder See. Warum? Diese Gewässer sind meist begrenzt, man kennt Sie irgendwann in- und auswendig, Fangerfolge sind absehbar, meist auch garantiert, aber der Fluss… Der Fluss ist irgendwie anders, fließend eben, Kilometer lang, nicht so berechenbar, mal urban, mal ländlich, mit unterschiedlichem bzw. eher unbekanntem Fischbestand, irgendwie spannend, reizend und herausfordernd. Aber irgendwie habe ich bislang nie einen Gedanken daran verschwendet, mal selbst an einem Fluss zu angeln. Warum auch, alle erwähnten Flüsse sind weit von mir entfernt, teilweise unerreichbar, also wie bitteschön soll ich zum Flussangeln kommen? Aber Moment mal, ich habe einen Fluss direkt vor der Haustür, seit Jahren, gerade mal 2-3 Kilometer von mir entfernt: Die Saar! Warum hatte ich die nie auf dem Schirm?!
Seit ca. 5 Wochen beschäftige ich mich nun mit der Saar, meinem Heimatfluss, der in Frankreich in den Vogesen seinen Ursprung findet, und in Rheinland-Pfalz auf die Mosel trifft. Also schnappe ich mir an den Wochenenden mein Auto, und fahre die Saar ab. Ich suche Zufahrtswege, Stellen die man mit dem Auto erreichen kann, Stellen die man sogar direkt aus dem Auto beangeln kann, schnell, einfach, und ohne größeren Aufwand. Ich bin tatsächlich verblüfft wie viele es davon gibt, und das quasi direkt vor der Haustür, also im Umkreis von maximal 40 Kilometern. Die Rute habe ich im Gepäck, um die in Frage kommenden Stellen direkt zu checken, in Hinblick auf Bodenbeschaffenheit, Tiefe und so. Ich bin zufrieden und zuversichtlich, so dass ich die Herausforderung Saar annehmen werde!
Der Plan: 2026 soll die „Mission Saar“ in die Tat umgesetzt werden. Ich werde meine eigenen Erfahrungen, mit der teilweise bis zu 60 Meter breiten und bis zu 6 Meter tiefen Saar, und dem Flussangeln, machen, losgelöst von irgendwelchen Infos, Vorurteilen und/oder Meinungen von anderen Saaranglern, insbesondere in Hinblick auf das Karpfenangeln. Allerdings glaube ich zu wissen, dass das Karpfenangeln an der Saar nicht so verbreitet ist, ich weiß aber sehr wohl, dass Karpfenbestand vorhanden ist! Und genau darin liegt die Herausforderung: Schwierig, unbekannt, völlig ungewiss, aber nicht unmöglich! Ich werde es herausfinden, vermutlich mit vielen Nullnummern und Enttäuschungen, vielleicht aber auch mit dem ein oder anderen Erfolg.
Das Nachtangeln an der Saar ist leider nicht erlaubt, was immer ein wichtiger Aspekt für meine bisherige Angelei war, aber auch damit habe ich mich gedanklich schon arrangiert… dann kommen die Ruten eben von 23-5 Uhr aus dem Wasser, aber dann kann man auch ohne kreischenden Alarm mal 6 Stunden in aller Ruhe pennen, und gut ausgeruht direkt Morgens wieder starten. Einen Saarschein 2026 habe ich mir schon zugelegt, und da es eher Kurzsessions werden sollen, plane ich, dass es über das Jahr hinweg hoffentlich mehr Ansitze sein werden, als das in den letzten Jahren der Fall war. Das Motto ist: Kürzer und spontaner, aber dafür öfter. Letzten Sonntag, den 02.11.2025, habe ich versuchsweise mal 6h an der Saar verbracht. Was ich hier direkt gelernt habe ist: Ruten sollten öfter kontrolliert werden als am See. Durch die Strömung kann sich schneller Unrat am Haken und an der Schnur ansammeln. Die Fahrrinne muss es wegen den Schiffen zum Ablegen auch nicht unbedingt sein, das eigene Ufer bietet guten und harten Untergrund bei einer Durchschnittstiefe von 2-4 Metern. Die Ruten sollten gestaffelt gelegt werden, also 2-8 Meter vom Ufer weg, und Spundwände scheinen auch keine ganz abwegige Idee zu sein. Am Ende packte ich zufrieden, aber ohne Fischkontakt, ein, aber das wäre ja auch wirklich zu schön gewesen… Ach ja, beim Einkurbeln der letzten Ruten noch etwas, was ich an diesem Sonntag gelernt habe: Grundeln scheinen ein Problem zu sein, jedenfalls hing eine mit der Schwanzflosse an meinem Haken, und das wahrscheinlich schon eine ganze Weile, was auch den einzigen Signalton erklären würde, den ich an diesem Sonntag verzeichnen konnte.
In diesem Sinne!
